Die Vitamin-B12-Versorgung bei Gicht

Die Gicht ist das klinische Erscheinungsbild eines stark erhöhten Harnsäurespiegels (Hyperurikämie) und gilt als häufigste rheumatische Gelenkerkrankung. Neben einer genetischen Veranlagung wirken sich auch äußere Faktoren auf den Krankheitsverlauf aus, so beispielsweise körperliche Anstrengung, Blutverlust, Medikamenteneinnahme, häufiger Alkoholkonsum oder ein hoher Fleischverzehr. Fisch und Fleisch gelten jedoch als gute Vitamin-B12-Lieferanten, sodass Betroffene der Versorgung mit dem lebenswichtigen Vitamin besondere Beachtung schenken sollten.

Erhöhtes Gichtrisiko durch Fleischkonsum

Bei Gichtpatienten ist die Ausscheidung der Harnsäure über die Nieren in der Regel gestört, sodass es zu einer Säureanstauung im Blut kommt. Entsprechend gilt es, den Harnsäurespiegel im Blut durch eine purinarme Ernährung langfristig zu senken. Purine kommen insbesondere in Fleisch vor, sodass eine erfolgsversprechende Therapie unter anderem auch einen reduzierten Konsum bestimmter tierischer Produkte – so etwa Fleisch, Wurst, Fisch und andere Meerestiere – vorsieht. Auch eine Studie mit mehr als 47.000 Männern wies ein erhöhtes Risiko für Gicht bei einem hohen Verzehr von Fleisch und Meerestieren nach; der Konsum purinreicher Gemüsearten hingegen beeinflusste das Gichtrisiko nicht (1), obgleich auch einige pflanzliche Lebensmittel, z. B. Hülsenfrüchte, einen hohen Purinanteil aufweisen.

Eine vegetarisch-vegane Ernährung kann Gicht vorbeugen

Eine vegetarisch-vegane Ernährung kann durchaus zur Prävention von Hyperurikämie und Gicht beitragen. Studien konnten zudem eine Besserung der Symptome bei veganer Ernährung nachweisen (2). Zwar sollten Betroffene auch purinreiche pflanzliche Nahrungsmittel wie Hülsenfrüchte nur in Maßen zu sich nehmen, doch als purinarme Proteinquelle eignen sich beispielsweise vegetarisch-vegane Fleischalternativen auf Weizenproteinbasis (3). Eine rein vegane Ernährung sollte immer durch ein hochwertiges B12-Präparat ergänzt werden. Da Gichtpatienten auf bestimmte Nahrungsmittel mit einem hohen Vitamin-B12-Gehalt verzichten sollen und damit ebenfalls zur Risikogruppe für einen B12-Mangel gehören, ist die Supplementierung auch bei einer omnivoren Ernährung unbedingt anzuraten.

Fazit: Prävention durch eine ausgewogene Ernährung mit hohem pflanzlichen Anteil

Die Ernährung nimmt eine immer bedeutendere Rolle im Rahmen der Therapie verschiedener Erkrankungen ein. Auch Gichtpatienten haben die Möglichkeit, einem Krankheitsausbruch mit einer geeigneten Ernährung vorzubeugen oder den Krankheitsverlauf zumindest positiv zu beeinflussen. Betroffene sollten die Purinaufnahme auf jeden Fall verringern, also unter anderem seltener zu Fleisch, Meerestieren und Hülsenfrüchten greifen. Einen guten Mittelweg stellt die auch überwiegend vegetarische Ernährung dar, da sich schmerzhafte Gichtanfälle so nachweislich vermeiden (4). Eine Ernährungsumstellung kann oft dazu beitragen, dass – natürlich stets in Absprache mit dem behandelnden Arzt – eine medikamentöse Behandlung nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr erforderlich ist.

Quellen
(1) Choi HK, Atkinson K, Karlson EW, Willett W, Curhan G (2004): Purine-rich foods, dairy and protein intake, and the risk of gout in men. N Engl J Med 350 (11), 1093-103
(2) http://www.pcrm.org/health/health-topics/foods-and-arthritis
(3) Havlik J, Plachy V, Fernandez J, Rada V (2010): Dietary purines in vegetarian meat analogues.J Sci Food Agric 90 (14), 2352-7
(4) https://www.ugb.de/purin-purine/gicht-diaet-purinarme-kost-harnsaeure-senken/

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