Die Auswirkungen von Vitamin-B12-Mangel auf die Psyche

Vitamin B12 ist einer der wichtigsten Bausteine des menschlichen Körpers. Es spielt eine zentrale Rolle bei der DNA-Synthese, der Synthese der Neurotransmitter und Hormone, ist zuständig für den Schutz der Nervenstränge in Gehirn und Rückenmark sowie dem Abbau des schädlichen Homocysteins.

Die psychischen Auswirkungen zeigt der Fall einer 52-jährigen Frau, welche monatelang unter Depressionen litt. Mit den von Ihrem Arzt verschriebenen Antidepressiva bekam man die Krankheit nicht in den Griff. Bei einer Blutuntersuchung stellte ihr Arzt dann einen Vitamin-B12-Mangel fest.

Vitamin B12 zur Behandlung von psychischen Störungen

Vitamin B12 ist kein Medikament, welches pauschal bei psychischen Störungen verwendet wird. Allerdings kann ein Mangel an Vitamin B12 bei Patienten bestimmte psychische Störungen hervorrufen. So wurde eine unter jahrelangen Depressionen leidende Frau nach dem Feststellen eines B12-Mangels durch eine Vitamin-B12-Therapie mental stabilisiert. Der behandelnde Arzt orientierte sich an einer erst kurz zuvor durchgeführten Studie, welche sich mit psychischen Störungen in Verbindung mit B12-Mangel befasste.
Viele Menschen unterschätzen die Wirkung der Vitamine auf den Körper. Ärzte raten immer wieder, ausreichend Vitamine zu sich zu nehmen, doch wird das von vielen Patienten nicht konsequent durchgeführt bzw. nicht ernst genommen. Der Fall dieser 52-jährigen Frau zeigt, wie folgenschwer sich ein Vitamin-B12-Mangel auf die Gesundheit auswirken kann. Die Nachrichtenplattform prisonplanet.com berichtete über diesen Fall. Sie schrieben in ihrem Bericht über schwere Depressionen in Verbindung mit Angstzuständen, Trägheit und Suizidgedanken. Trotz einer eingeleiteten Therapie seien die Symptome nicht in den Griff zu bekommen gewesen. Erst nachdem ihr behandelnder Arzt einen Vitamin-B12-Mangel diagnostizierte und eine umgehende Behandlung mit Verabreichung von B12-Präparaten begann, habe sie sich besser gefühlt.

Psychische Symptome bei Vitamin-B12-Mangel

Auf lange Sicht gesehen, kann ein B12-Mangel zu sehr gravierenden Symptomen führen. Die Früherkennung hingegen ist relativ schwierig. Nach dem Beginn des Mangels kann es bis zu 20 Jahren dauern, bis schwere psychische oder körperliche Symptome auftreten. Die ersten Symptome bei B12-Mangel können und werden oftmals falsch gedeutet und anderen Krankheiten, welche ähnliche Symptome aufweisen, zugeschrieben und dementsprechend behandelt.
Leider übernehmen die Krankenkassen noch immer nicht die Kosten für einen Bluttest. So kann ein Patient schon jahrelang unter Vitamin-B12-Mangel leiden, bis es zu schweren Symptomen kommt und der Arzt einen B12-Test anordnet.
Anfällig für Vitamin-B12-Mangel sind vor allem ältere Menschen, da bei ihnen die Organe nicht mehr arbeiten wie in jungen Jahren, Menschen mit einem ohnehin geschwächten Immunsystem und vor allem Veganer, da der Mensch das meiste Vitamin B12 über tierische Produkte zu sich nimmt.
Unser Körper speichert das Vitamin B12 in der Leber. Bei einer Unterversorgung wird dieser Speicher angegriffen und langsam entleert. Das kann durch eine Unterversorgung bei unausgewogener Ernährung oder Problemen mit dem Magen-Darm-Trakt geschehen.
Im Anschluss an die Unterversorgung werden dann im Laufe der Zeit die ersten schwachen Symptome auftreten. Diese können beispielsweise wie folgt aussehen:
– Nervosität
– Reizbarkeit
– Lustlosigkeit
– Schlafstörungen
– Benommenheit
– Konzentrationsschwächen
– Verwirrung
– Vergesslichkeit bis zur Demenz
– Persönlichkeitsstörungen
– Halluzinationen
– Burn-out
– Depressionen.
Bei häufigem Auftreten eines oder mehrerer dieser Symptome sollten Patienten ihren Arzt aufsuchen und einen Vitamin-B12-Test durchführen lassen. Das kostet zwar eine Summe X, aber nach einem Test besteht Sicherheit über den Vitamin-B12-Status.

Psychische Störungen erfolgreich mit Vitamin B12 behandeln

Prisonplanet.com berichtet weiterhin, dass diese Frau zudem unter Wahrnehmungsstörungen litt. Sie sei monatelang mit Antipsychotika sowie Antidepressiva behandelt worden. Die Therapie zeigte erst Wirkung, als ihr Arzt nach dem B12-Test eine Behandlung mit Vitamin-B12-Präparaten verschrieb. Laut ihrer Aussage habe sie zuvor 14 Jahre eine mentale Labilität verspürt. Psychisch stabil sei sie erst seit der Einnahme der B12-Präparate.

B12-Mangel wird zu oft nicht ernst genug genommen

Der behandelnde Arzt dieser Frau sagte aus, dass er für seine Behandlung eine Studie zugrunde gelegt habe, welche sich mit Katatonie sowie anderen psychiatrischen Symptomen befasste. Die Studie wurde auf der Grundlage von Vitamin-B12-Mangel durchgeführt. Eine Erkenntnis aus dieser Studie lautet, dass die Ursachen von psychiatrischen Erkrankungen oftmals darauf zurückzuführen sind, dass ein Vitamin-B12-Mangel übersehen wird.
Demnach könne eine Unterversorgung oder ein gänzliches Fehlen von Vitamin B12 der Auslöser für schwere Depressionen, Halluzinationen, Demenz oder Gleichgültigkeit sein.
Zitat der Seite „Doktor Edward Group“ vom Global Healing Center in Texas: „Depressionen und Angstzustände sind speziell auf Vitamin-B12-Mangel zurückzuführen“.
Weiterhin könne man eine Verbindung zwischen dem Mangel an B12 und ADHD, Autismus sowie einer Fehlentwicklung des Gehirns aufzeigen.

Behandlung mit Vitamin B12 und Dosierung

Zu einem Mangel an Vitamin B12 muss es aber gar nicht erst kommen. Normalerweise nimmt der Mensch genügend B12 auf, wenn er sich gut und ausgewogen ernährt. Bei gewissen Erkrankungen wie z: B. Problemen mit dem Verdauungstrakt oder genetischen Störungen kann es passieren, dass der Körper nicht ausreichend Vitamin B12 aufnehmen kann. Zudem scheidet der menschliche Körper täglich rund 1 bis 2 µg Vitamin B12 aus. Diese gehen dem Speicher zusätzlich verloren. Dann muss allerdings etwas unternommen werden. Vitamin-B12-Präparate werden in Apotheken und als Nahrungsergänzung angeboten. Hier muss nur zwischen den natürlichen, bioaktiven Präparaten und den synthetischen unterschieden werden. Die geeignetste Form ist Methylcobalamin, da es das natürlichste Präparat ist.
Die Darreichungsformen gehen von Kapseln über Tropfen, Lutschtabletten bis zu Injektionen in besonders schweren Fällen.
Die Dosierung der einzelnen Präparate geht auch sehr weit auseinander. Die Konzentration an B12 reicht von 10 µg bis 5.000 µg. Der Tagesbedarf eines erwachsenen Menschen liegt bei rund 3 µg, womit die kleinste Konzentration schon dem Dreifachen des Tagesbedarfs entsprechen würde. Hierbei muss aber berücksichtigt werden, dass der Tagesbedarf nicht die tatsächlich benötigte Menge an Vitamin B12 beschreibt.
Menschen mit besonders hohen Belastungen benötigen einen höheren Tagesbedarf an B12.
Dazu gehören gestresste Menschen, körperlich stark beanspruchte wie z. B. Sportler, Bergleute, Raucher, Alkohol- und Kaffeekonsumenten sowie Konsumenten von Junk Food und Softdrinks.
Auch nach der Einnahme von Medikamenten und nach längerer Mangelernährung ist der Bedarf erhöht.

Höhe der Dosierung

Die Höhe der Dosierung von Vitamin-B12-Präparaten sollte entweder dem Tagesbedarf angepasst sein, also die geringste Dosierung von 10 µg enthalten oder den Symptomen entsprechend nach Absprache mit einem Therapeuten festgelegt werden.
Eine Überdosierung mit Vitamin B12 ist grundsätzlich nicht möglich. Wenn der Speicher in der Leber gefüllt ist, alle Zellen ausreichend mit B12 versorgt sind, wird ein Überschuss über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden.

Lassen Sie es nicht erst zu einem Mangel an Vitamin B12 mit starken psychischen Störungen kommen. Ausgewogene Ernährung hilft, den Speicher auf einem guten Stand zu halten. Reicht das nicht aus, kann B12 mittels Präparaten in ausgewogener Dosierung zugeführt werden.

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